Q: Welches Atemschutzsystem benötige ich beim Schweißen von rostfreiem Stahl?
A: Ganz gleich, ob Sie mit einem Elektrode-, MIG-, WIG- oder Plasmaschweißgerät arbeiten, der Schweißrauch von Edelstahl ist fast immer mit Partikeln belastet. Die beim Elektro- und MIG-Schweißen entstehenden Rauche enthalten in der Regel Chrom- und Nickelpartikel, wobei Chrom der gefährlichere Stoff ist. Adflo mit Partikelfilter bietet hervorragenden Schutz beim Schweißen von Edelstahl im MIG- oder Elektrode Schweißverfahren. Beim WIG-Schweißen entstehen zwar weniger Rauche, dafür werden jedoch große Mengen an Ozon freigesetzt.
Plasmaschneiden und Plasmaschweißen findet bei sehr hohen Temperaturen statt, wobei häufig gefährliche Stickoxide abgegeben werden.
Q: Brauche ich bei Arbeiten mit herkömmlichem Stahl wirklich einen Atemschutz?
A: Obschon die Schweißrauche, die beim Arbeiten mit herkömmlichem Stählen entstehen, nicht zu den gefährlichsten gehören, sind sie doch nicht gut für Ihre Gesundheit. Neben anderen Stoffen enthalten die Dämpfe Partikel aus Eisenoxid, die verschiedene Arten der Siderose hervorrufen können. Beim Metall-Lichtbogen- und beim MIG/MAG-Schweißen werden dichte Schweißdämpfe freigesetzt, was sowohl eine Atemschutzausrüstung als auch eine gute Belüftung des Arbeitsplatzes erfordert. Für das Schweißen von herkömmlichem Stahl wird das Adflo-System mit Partikelfilter empfohlen.
Q: Welche Art Atemschutz ist bei Schweißarbeiten an oberflächenbehandeltem Material zu empfehlen?
A: Beim Schweißen von oberflächenbehandeltem Material kann eine ganze Reihe gefährlicher Schadstoffe freigesetzt werden. Wie gefährlich sie sind, hängt von der Art der Oberflächenbehandlung ab. Galvanisierte Stähle geben Zinkoxidpartikel ab. Sie können Zinkfieber, auch Gießerfieber genannt, hervorrufen. Beim Schweißen von lackierten Teilen ist besondere Vorsicht geboten, denn viele Lacke geben besonders giftige Schadstoffe ab.
Zum Schweißen von galvanisierten Stählen und Materialien mit bleihaltiger Grundierung empfehlen wir die Verwendung von Adflo mit Partikelfilter. Das System kann um einen Geruchsfilter ergänzt werden, der die Geruchsbelastung minimiert. Bei Materialien, die mit Zweikomponentenlack gestrichen oder mit Polyurethan beschichtet sind, sollten Sie unbedingt Auskunft von einem Arbeitsschutzexperten einholen. Es besteht die Gefahr, dass Sie mit Isozyanaten in Kontakt kommen, deren Einatmen extrem gefährlich ist und die nur schwer nachzuweisen sind. Für solche Fälle empfehlen wir ein Druckluft-Atemschutzgerät wie Fresh-air C.
Q: Welches Atemschutzsystem benötige ich in engen Arbeitsumgebungen?
A: Wer in geschlossenen Räumen oder schlecht belüfteten Bereichen (z. B. Tanks, Rohren oder Containern) Schweißarbeiten durchführt, muss ein Druckluft-Atemschutzgerät tragen, und zwar unabhängig vom Schweißverfahren. Mit dem Fresh-air C System und einer Druckluft-Atemluftversorgung gehen Sie sicher, dass genug Sauerstoff und ausreichender Schutz vor gefährlichen Gasen und Festpartikeln vorhanden ist.
Adflo und Fresh-air C dürfen nicht in Atmosphären eingesetzt werden, von denen eine unmittelbare Gesundheitsgefährdung oder Lebensgefahr ausgeht. Wann immer Zweifel bestehen, befragen Sie einen Arbeitsschutzexperten!
Q: Beeinträchtigen Schutzgase und Elektrodenlegierungen meine Arbeitsplatzumgebung?
A: Beim MIG- und WIG-Schweißen dienen die Edelgase Argon und Helium als Schutzgase. Weder Argon noch Helium gelten als gefährlich; sie verdrängen jedoch den Sauerstoff aus der Umgebungsluft, was besonders in nicht belüfteten Räumen gefährlich ist. In solchen Fällen wird ein Druckluft-Atemschutzgerät benötigt. Beim Schweißen mit MAG kommt Kohlendioxid bzw. eine Mischung aus Kohlendioxid und Edelgas als Schutzgas zur Anwendung. Da das Schutzgas beim Kontakt mit der Luft anteilig in Kohlenmonoxid umgewandelt wird, können um den Schweißbogen herum große Mengen dieses giftigen Gases auftreten. Kohlenmonoxid lässt sich nicht aus der Luft filtern.
Bei schlechter Belüftung muss der Sauerstoffgehalt der Luft überwacht werden, und es empfiehlt sich das Tragen eines Druckluft-Atemschutzgeräts wie Fresh-air C. Beim MAG-Schweißen werden häufig legierte Elektroden verwendet. Diese Legierungen enthalten meist Mangan oder Silikat. Das bedeutet, dass während des Schweißvorgangs große Mengen an Manganoxid und Silikaten in die Umgebungsluft freigesetzt werden. Adflo mit Partikelfilter bietet in der Regel ausreichenden Schutz gegen Legierungspartikel.
Q: Wann bildet sich Ozon?
A: Beim Schweißen von Aluminium entstehen nicht nur Festpartikel aus Aluminiumoxid, sondern auch Ozon. Es bildet sich, weil die UV-Strahlung aus dem Lichtbogen den molekular gebundenen Sauerstoff in der Luft zerlegt. Ozon entsteht auch beim Schweißen von Edelstahl im WIG-Verfahren. Das Ozon wird nach einiger Zeit in Sauerstoff zurückverwandelt. Dieser Vorgang wird beschleunigt, wenn das Ozon in Berührung mit Festkörperoberflächen kommt, die als Katalysator wirken. Ozon lässt sich zwar aus der Umgebungsluft herausfiltern, muss dabei jedoch in Sauerstoff umgewandelt werden. Bei geringen Ozonkonzentrationen reduziert das Adflo Atemschutzsystem mit Partikelfilter die Ozonmenge in der Atemluft des Schweißers.
Dabei wirkt der Partikelfilter mit seiner großen Oberfläche in Verbindung mit dem Atemluftschlauch der Schweißmaske als Katalysator für die Rückumwandlung des Ozons in normalen Sauerstoff. Bei höheren Konzentrationen sorgt die Verwendung eines Gasfilters mit der großen Oberfläche seines Aktivkohlegranulats im Adflo System für eine weitere Verringerung des Ozongehalts.
Q: Was sind nitrose Gase?
A: Stickstoffoxid und Stickoxid sind Beispiele für nitrose Gase, die sich bei Schweißarbeiten mit hoher Stromstärke und hohen Temperaturen bilden. Stickstoffgase entstehen bei der Reaktion von Stickstoff und Sauerstoff in der Luft und sind in höheren Konzentrationen, wie sie z. B. in geschlossenen, schlecht belüfteten Räumen auftreten können, beim Einatmen äußerst gefährlich. In solchen Fällen empfehlen wir den Gebrauch von Fresh-air C.
Automatikschweißfilter
Q: Sind Speedglas Automatikschweißfilter so sicher wie traditionelle Schweißfilter?
A: Ja, Speedglas Schweißfilter bieten jederzeit Ultraviolett- und Infrarotschutz für Augen und Gesicht. Und zwar unabhängig davon, ob das Gerät ein- oder ausgeschaltet, hell oder dunkel ist. Sie sind potentiell sogar sicherer als traditionelle Filter, denn Speedglas Schweißmasken können bei voller Schutzwirkung ständig heruntergeklappt benutzt werden. Desweiteren wird eine Hand nicht dauernd zum Hoch- und Runterklappen benötigt.
Q: Was passiert, wenn die Batterien ausfallen?
A: Auch hier gilt: der Benutzer ist immer vor schädlicher UV/IR-Strahlung geschützt. Ein Speedglas Automatikschweißfilter im ausgeschalteten Zustandist auf eine mittlere Sicherheitsstufe eingestellt. Schalten Sie denFilter ein, so erhellt sich das Sichtfeld und wird transparent. Sobald ein Lichtbogen gezündet wird, verdunkelt sich derFilter (die Dunkelstufe hängt davon ab, welcher Filtertyp bzw. welche Schutzstufe bei variablen Filtern gewählt wurde.)
Q: Kann man dennoch das Zünden des Lichtbogens sehen?
A: Nein. Der Filter reagiert zu schnell für das menschliche Auge. Der Wechsel der Lichtverhältnisse geschieht ohne wahrnehmbaren Blitz.
Q: Welche Sicherheitsstandards gelten für Automatikschweißfilter?
A: Es gibt mehrere Sicherheitsstandards, weltweit.
Europa: CE EN 379 standards.
USA: ANSI Z87.1 (http://www.ansi.org/).
Canada: CSA Z94.3 standards (http://www.csa.ca/).
Australien/Neuseeland: AS/NZS 1338 standards.
Nähere Informationen zu CE-Standards finden Sie beispielsweise unter.www.dincertco.de
Q: Sind Speedglas Automatikschweißfilter empfindlich?
A: Nein, nicht mehr als traditionelle Filter. Alle Speedglas Filter haben innere und äußere Schutzscheiben. Diese sind austauschbar. Der Speedglas Schweißfilter ist in der Schweißmaske leicht zurückgesetzt und dadurch noch besser geschützt. Sie können die hitze- und chemiekalienbeständige Schweißmaske unter den gleichen Bedingungen einsetzen wie jede andere Schweißmaske auch.
Q: Warum kosten Speedglas Automatikschweißfilter und Masken mehr als traditionelle Filter und Masken?
A: Speedglas Filter sind mit einer hochentwickelten und langlebigen Elektronik ausgestattet. Das leichtgewichtige Material bietet ein Maximum an Komfort und führt zu einer sofort messbaren Produktivitätserhöhung. Die Filterteile die das Sichtfeld bilden, bestehen aus sieben Laminatschichten, die unter Reinraumatmosphäre in echter Handarbeit einzeln hergestellt werden. Jedes einzelne Produkt durchläuft viele Qualitätsprüfungen bevor es zum Verkauf freigegeben wird. Das Ergebnis ist ein perfekterFilter, welcherden hohen Ansprüchen von Profi-Schweißern entspricht.
Q: Sind Speedglas Automatikschweißfilter kompatibel mit Schweißmasken anderer Hersteller?
A: Nein. Speedglas Filter und Masken sind perfekt auf einander abgestimmt und ergänzen sich sowohl in der technischen Leistung als auch im einmaligen Tragekomfort. Kombinieren Sie niemals Speedglas Komponenten mit Produkten anderer Hersteller. Nur so können Sie vermeiden, dass das eingesetzte Produkt die gewünschten Schutzeigenschaften besitzt und Sie nichteventuell körperlichen Schaden erleiden. Dies gilt auch für wichtige Bestandteile wie z. B. Vorsatzscheiben.
Q: Mein Speedglas Automatikschweißfilter mit der Schutzstufe 11 scheint eine andere DIN-Stufe zu haben, als mein traditioneller Schweißfilter. Warum?
A: Die internationalen Sicherheitsstandards erlauben Abweichungen der Filterstärken innerhalb bestimmter Toleranzen (dies gilt sowohl für traditionelle als auch für Automatikschweißfilter). Wir empfehlen, dass zunächst die gleiche Schutzstufe (in unserem Beispiel DIN 11) ausprobiert wird. Bei zu hellem bzw. zu dunklem Sichteindruck sollte dann eine höhere oder niedrigere Schutzstufe gewählt werden. Daher sind variabel einstellbare Automatikschweißfilter besonders vorteilhaft.